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Parodontitis



Was ist eine Parodontitis?

Eine Parodontitis ist eine Entzündung des Zahnhalteapparates, die durch Knochenabbau und entzündlich vertiefte Zahnfleischtaschen charakterisiert ist.

In den Zahnfleischtaschen enthaltene Bakterien fördern weiter den Knochenabbau, dadurch werden die Taschen tiefer und die Bakterien dringen tiefer ein.

Dieser sich meist über Jahre/Jahrzehnte (in schweren Fällen auch sehr schnell) entwickelnde Teufelskreis führt, durch den fehlenden Halt im abgebauten Knochen, zur Zahnlockerung, schweren Entzündungen, und letztendlich zum Zahnverlust.

Neuere Untersuchungen zeigen außerdem, dass Parodontitiskeime auch Auslöser für Herz-, Diabetes- und Magen-Darm-Erkrankungen sein können und die Wahrscheinlichkeit einer Frühgeburt bei Schwangeren steigt.


Wodurch entsteht eine Parodontitis?

Die Hauptursache sind starke Beläge (Konkremente) und Bakterien im nicht-sichtbaren Bereich der Zahnfleischtaschen.

Aber auch Rauchen, psychische Ursachen, mechanische Reizungen durch Füllungen/Kronen, Überlastungen durch Fehlstellungen und Bruxismus („Knirschen/Pressen“), erbliche und hormonelle Faktoren und Allgemeinerkrankungen (z.B. Diabetes) haben einen großen Einfluss auf die Parodontitis.

Neueste Untersuchungen geben deutliche Hinweise auf Parodontitis als eine komplexe Reaktion des Immunsystems, die nicht nur als isolierte bakterielle Erkrankung zu sehen ist.


Wie erfolgt die Parodontitisbehandlung?

Eine komplexe Behandlung des Immunsystems zur Parodontitistherapie ist uns noch nicht möglich.

Deshalb beschränken sich unsere Therapieansätze auf die Behandlung der Auslöser bzw. der bekannten Ursachen.

Die systematische Parodontaltherapie zur Elimination der Konkremente und Bakterien erfolgt in drei bis fünf Schritten.

1. Vorbehandlung:

Im Rahmen einer ausführlichen klinischen und röntgenologischen Untersuchung erfolgt die Bestimmung des Schweregrades der Parodontitis, und danach die Beseitigung der sichtbaren Beläge durch unsere Prophylaxehelferin, im Rahmen einer professionellen Zahnreinigung.

2. Kürretage:

Entfernung der Konkremente. Unter Lokalanästhesie werden die nicht sichtbaren Wurzeloberflächen in den Zahnfleischtaschen, verteilt auf zwei Termine, gewissenhaft und schonend gereinigt. Eine verbesserte Prognose mit höherer Erfolgssicherheit kann durch die zusätzliche Elimination der Bakterien in den Zahnfleischtaschen durch den Einsatz eines Lasers erreicht werden.

3. Nachbehandlung:

Nach Abschluss der Hauptbehandlung erhalten wir eine Stabilisierung der Zähne, ein straffes, zartrosa Zahnfleisch und ein Verschwinden von störendem Mundgeruch. Für die Stabilisierung des Ergebnisses können nun Sie selbst einen großen Beitrag leisten, indem Sie dafür sorgen, dass sich keine neuen Beläge an den jetzt absolut sauberen Zähnen festsetzen.

  • Durch eine perfekte „pedantische“ Zahnpflege
  • Durch eine professionelle Zahnreinigung durch unsere Prophylaxeassistentin spätestens alle 6 Monate, um auch kleinste Beläge – die auch bei perfekter Zahnpflege nicht ganz zu verhindern sind – frühzeitig zu entfernen
  • Durch eine zahnärztliche Kontrolle alle 6 Monate.
  • 4. In schweren Fällen

    kann zusätzlich eine individuelle Keimbestimmung zur gezielten Antibiotikatherapie und/oder ein operativer Eingriff (z.B. Einsatz von Knochenwachstum induzierendem Medikament „Emdogain“ und Knochentransplantation) oder im Extremfall eine Zahnentfernung notwendig sein.

    5. Zusätzlich

    zur oben beschriebenen Therapie kann es notwendig sein, weitere Ursachen auszuschalten (oftmals nur schwer und schmerzlich umzusetzen):

  • Rauchen einstellen
  • Psychische Belastungen abstellen oder therapieren
  • Anfertigen einer Aufbißschiene, um Überlastungen zu kompensieren
  • Austausch von alten Füllungen und Kronen (Wir sehen zunehmend Erfolge mit vollkeramischen Kronen zur Reizminimierung)

  • Prognose

    Eine Heilung im engsten Sinn ist nicht möglich.

    Der abgebaute Knochen „kehrt nicht zurück“ (Ausnahme: kleiner Effekt mit Knochenwachstum induzierendem Medikament „Emdogain“ und Knochentransplantation).

    Langfristiges Behandlungsziel ist die Stabilisierung des Status Quo des Knochens.

    Bei der leichten und mittelschweren Parodontitis ist dieses Ziel – bei guter Zahnpflege – auch mit hoher Wahrscheinlichkeit erreichbar.

    Bei der schweren Parodontitis, starken psychischen Belastungen, starken Rauchern und bei schlechter Mundhygiene muss auch mit wiederkehrenden Entzündungen gerechnet werden.

    Grundsätzlich kann aber auch in diesen Fällen die Parodontosebehandlung einen drohenden Zahnverlust verhindern oder zumindest in die Zukunft verlagern.


    Ist die Behandlung schmerzhaft?